Rotes Kreuz, Ortsverein Sennestadt



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Das Rote Kreuz allgemein ↓
Das Rote Kreuz in Sennestadt ↓
Sennestadt ↓)

Das Rote Kreuz allgemein

Die Organisation „Rotes Kreuz“ wurde am 17.2.1863 vom schweizer Kaufmann Henry Dunant (eigentlich hieß er Jean-Henri Dunant, benutzte später als Vornamen aber der Einfachheit halber (nur) Henry – geboren wurde er am 8.5.1828) zusammen mit 4 Gleichgesinnten in seiner schweizer Heimatstadt Genf gegründet – zunächst hieß es „Komitee der Fünf“, später dann „Internationales Komitee vom Roten Kreuz“ (IKRK).
Sie hat sich damals die medizinische Versorgung von Kriegsopfern zur Aufgabe gemacht.
DRK-Imagefilm „Im Zeichen der Menschlichkeit“ (1997)
Auslöser war eine Geschäftsreise Dunants, die ihn am 24.6.1859 an Solferino (Dorf in Nord-Italien) vorbeiführte: Dort lagen nach einer blutigen Kriegsschlacht („Schlacht von Solferino“) hilflos mehrere zehntausend verletzte (und mehrere tausend tote) Soldaten auf dem Schlachtfeld, um die sich kaum jemand kümmerte.
Er organisierte daraufhin spontan gemeinsam mit den Bewohnern (neutrale) Hilfe für alle Verletzten, egal zu welcher kriegsführenden Partei sie gehörten.
Dort kam von den Helfern die Losung „tutti fratelli“ (italienisch: „alle sind Brüder“) auf.

Bereits 1864 wurde die erste Genfer Konvention von 12 Staaten unterzeichnet, später wurde sie mehrmals ergänzt und 1949/1950 wurden schließlich die vier Genfer Konventionen in ihrer heute gültigen Fassung verabschiedet, die 1977/1978 um zwei und 2005/2007 um ein weiteres Zusatzprotokoll ergänzt wurden. Die Genfer Konventionen schützen (noch heute) Verletzte und Zivilpersonen in Kriegszeiten:
Die Erste Genfer Konvention verbessert die Behandlung von Verwundeten und Erkrankten der Streitkräfte im Felde, die Zweite die Behandlung von Verwundeten, Erkrankten und Schiffbrüchigen der Streitkräfte zur See, die Dritte die Behandlung von Kriegsgefangenen und die Vierte schützt Zivilpersonen in Kriegszeiten.
Sie wurden mittlerweile von fast allen Staaten der Erde (etwa 200; u. a. Deutschland) ratifiziert und sind somit dortiges Recht, die Zusatzprotokolle von etwas weniger Staaten.

Heute ist das Rote Kreuz zudem in folgenden Ressorts aktiv: Doch was hat es mit der Abbildung des roten Kreuzes auf weißem Grund auf sich? Warum Kreuz, weshalb rot, wieso weißer Hintergrund?
Das liegt darin begründet, daß Henry Dunant Schweizer war: Man hat einfach die schweizer Nationalflagge (weißes Kreuz auf rotem Grund) farbinvertiert und das Ergebnis (rotes Kreuz auf weißem Grund) als Zeichen der Organisation genommen.

Unterschieden werden muß zwischen Kennzeichen und Schutzzeichen des Roten Kreuzes.
Das Kennzeichen besteht aus dem roten Kreuz auf weißem Grund und einem entsprechenden Text (in Deutschland: „Deutsches Rotes Kreuz“).
Aussage dieses Zeichens ist, daß der Träger des Zeichens oder das so gekennzeichnete Objekt zum Roten Kreuz gehört. Andere als Rotkreuz-Organisationen dürfen das Kennzeichen nicht führen.
Das Schutzzeichen hingegen besteht nur aus dem roten Kreuz auf weißem Grund, ohne Text oder andere Elemente. (Farbton und Form sind dabei nicht näher vorgeschrieben. Dies hat den Grund, daß keine kriegsführende Partei mit dem Schutzzeichen versehene Personen oder Objekte mit dem Hinweis, das von jenen verwandte Zeichen entspräche nicht exakt den Schutzzeichen-Vorgaben und sei somit keines, angreifen darf.)
Dieses Zeichen sagt aus, daß der Träger oder das Objekt im medizinischen oder anderem humanitären Bereich (ohne davon ausgehenden Kampfhandlungen) tätig ist und bei bewaffneten Konflikten nach den Genfer Konventionen unter dem Schutz des humanitären Völkerrechts steht. Eine mißbräuchliche Verwendung des Schutzzeichens ist bei Strafe verboten; die Verwendung im Kriegsfall mit dem Ziel, militärische Personen oder Objekte, die nicht zum Sanitätsdienst gehören, zu schützen, stellt ein Kriegsverbrechen dar. Auch andere Organisationen als das Rote Kreuz können somit das Schutzzeichen führen!
(Das Rotkreuz-Schutzzeichen unterscheidet sich vom Zivilschutzzeichen in der Benutzung dadurch, daß das Rotkreuz-Schutzzeichen nur im medizinischen Bereich geführt werden darf, das Zivilschutzzeichen im gesamten Zivilschutzbereich.)

In islamistisch geprägten Staaten heißt es anstelle „Rotes Kreuz“ dort „Roter Halbmond“. In Israel nennt sich das Rote Kreuz „Magen David Adom“ (zu deutsch: Roter Schild Davids).
Das ist jeweils das gleiche nur unter anderem Namen und mit andersgeformtem Zeichen.
Grund ist, daß sich Anhänger nichtchristlicher Glaubensrichtungen durch das Kreuz zu sehr ans Christentum erinnert fühlen.
Daher benutzen die Rothalbmondgesellschaften nicht das Rote Kreuz, sondern den Roten Halbmond als international anerkanntes Schutzzeichen und im Kennzeichen. Magen David Adom nutzt den Roten Kristall (dieses international anerkannte Zeichen gibt es erst seit 2007 – der sonst von MDA genutzte rote Davidstern ist kein international anerkanntes Schutzzeichen), ein Symbol, das einem „Vorfahrtstraße“-Verkehrsschild ähnelt.
Das Schutzzeichen „Roter Löwe mit roter Sonne“ wurde früher vom Iran (Persien) verwendet, bevor er zum Roten Halbmond wechselte – da er (der Iran) sich die Rückkehr zum Roten Löwen mit roter Sonne vorbehält, bleibt das Zeichen als Schutzzeichen bestehen.

Das Rote Kreuz hat 7 Grundsätze, die für alle Rotkreuzgesellschaften (und Rothalbmondgesellschaften) weltweit uneingeschränkt gelten:
  1. Menschlichkeit
    (Wir bemühen uns überall und jederzeit menschliches Leid zu verhüten und zu lindern, Leben und Gesundheit zu schützen und der Würde des Menschen Achtung zu verschaffen.)
  2. Unparteilichkeit
    (Wir unterscheiden die Menschen nicht nach Nationalität, Rasse, Religion, sozialer Stellung oder politischer Überzeugung – wir sind bemüht den Menschen allein nach dem Maß ihrer Not zu helfen.)
  3. Neutralität
    (Um das Vertrauen aller zu erhalten, enthalten wir uns der Teilnahme an Feindseligkeiten, politischen, rassischen, religiösen oder ideologischen Auseinandersetzungen.)
  4. Unabhängigkeit
    (Wir sind eigenständig und unabhängig, um jederzeit nach unserer Grundsätzen handeln zu können.)
  5. Freiwilligkeit
    (Wir helfen freiwillig und uneigennützig ohne Gewinnstreben.)
  6. Einheit
    (In jedem Land kann es nur eine Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft geben. Sie steht allen offen und übt ihre humanitäre Tätigkeit im ganzen Gebiet aus.)
  7. Universalität
    (Wir sind weltumfassend. Alle nationalen Gesellschaften haben die gleichen Rechte und unterstützen sich gegenseitig.)
Dadurch erreicht das Rote Kreuz weltweit eine sehr hohe Akzeptanz und kann selbst in „Schurkenstaaten“ für die Bevölkerung agieren.

Das Deutsche Rote Kreuz ist die (einzige) Nationale Hilfsgesellschaft in Deutschland. Damit übernimmt es die humanitären Aufgaben, Rechte und Pflichten der Genver Konventionen und arbeitet somit in zivil-militärischer Zusammenarbeit im ständigen Sanitätsdienst der Bundeswehr mit (aber ohne Teil der Streitkräfte zu werden).

Mit der Vereinigung Deutsches Grünes Kreuz oder der Umweltschutzorganisation Internationales Grünes Kreuz hat das Rote Kreuz übrigens nichts zu tun.


Das Rote Kreuz in Sennestadt

Sennestadt-Ortsschild Unsere ist die einzige Rotkreuzgliederung in Bielefeld-Sennestadt. Wir sind sogar die einzige der klassischen Hilfsorganisationen, die in Sennestadt eine Gliederung hat!

Wir sind als Ortsverein Sennestadt dem DRK Kreisverband Bielefeld untergliedert.
Unsererseits haben wir keine eigenständigen Untergliederungen.
Nahezu alle Aktiven unseres Ortsvereins sind ehrenamtlich bei uns tätig und opfern große Teile ihrer Freizeit für das DRK. Das erfüllt uns zugegebenermaßen mit Stolz.

Struktur

Organigramm

Den Begriff „Bereitschaft“ für die im Einsatzdienst ehrenamtlich Aktiven einer Rotkreuzgliederung gibt es im Bereich des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe – im Gegensatz zu anderen DRK-Landesverbänden – aufgrund einer Umstrukturierung 1998 nicht mehr. Bei der Umstrukturierung wurden alle ehrenamtlich Aktiven (sowohl die „Bereitschaft“ (die im Einsatzdienst Tätigen) als auch die aus den Arbeitskreisen) zur „Rotkreuzgemeinschaft“ (RKG) zusammengefaßt. Die Leitung der Rotkreuzgemeinschaft erfolgt durch die Rotkreuzleitung, die einzelnen Untergruppierungen der Rotkreuzgemeinschaft sind damit nicht mehr eigenständig. (Mit der taktischen Einheit „Bereitschaft“ – einer Einheit in Verbandgröße – hat und hatte das ganze übrigens nichts zu tun.) Dennoch wird der Begriff „Bereitschaft“ noch häufig benutzt, wenn man eben die im Einsatzdienst Tätigen meint.

Unser „Einzugsbereich“ umfaßt Sennestadt (inkl. seiner Ortsteile). Wir sind jedoch auch außerhalb davon (hauptsächlich innerhalb des Stadtgebietes Bielefeld) aktiv.

Die Kindertagesstätte (Kita) Heideblümchen sowie „Projekt interkulturelle Arbeit“ (PIA; ein Kinder- und Jugendlichentreff) liegen zwar auf Sennestädter Gebiet – nämlich in Heideblümchen –, sind aber dem DRK-Kreisverband Bielefeld angegliedert.

Geschichte des Roten Kreuz' in Sennestadt




Sennestadt

Sennestadt ist ein südöstlicher Stadtbezirk der kreisfreien Stadt Bielefeld und liegt am Nordrand der Landschaft „Senne“ (nicht zu verwechseln mit dem Bielefelder Stadtbezirk „Senne“ (früher Senne I) westlich Sennestadts), auf der südlichen Seite des Teutoburger Waldes, in Ostwestfalen (im Osten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, im Regierungsbezirk Detmold), etwa auf halber Strecke zwischen Hannover und Dortmund, ca. 130 m über NN. Sennestadt grenzt an die beiden Kreise Gütersloh und Lippe. Deutschland-Karte

Sparrenburg Die erste urkundliche Erwähnung der Sennelandschaft (in der sich das heutige Sennestadt befindet) ist im Jahre 1001 als „Desertum Sinethi“ (oder auch „Desertum Sinedi“) (heißt etwa: wüste/große Heidesteppe) zu finden – sie ist unbewohnt.
1150 wird am Ostende des heutigen Sennestadts (der Grenze des Stadtgebietes der Stadt Bielefeld) die Grenze zu Lippe festgelegt.
Die früheste Erwähnung von Besiedelung in der Senne ist 1153, im Bereich des heutigen Sennestadts aber erst gegen 1550.
1214 wird Bielefeld (damals „Bilivelde“) vom Ravensberger Grafen Hermann IV. gegründet, wo vorher nur eine Bauernsiedlung war; ca. 1245 wird die bekannte Sparrenburg (im jetzigen Herzen Bielefelds) erbaut und Mitte des 16. Jahrhunderts deutlich verstärkt.
1332 verkauft Graf Otto I. von Rietberg den Sennebereich an Graf Bernhard von Ravensberg.
1702 wird erstmalig eine Bauerschaft „Senne“ im Bereich der späteren Sennestadt erwähnt, sie gehört (als „Heepen-Senne“) zum Amt Heepen.
1813 wird sie als „Senne II“ an das Amt Brackwede angegliedert.

Ab 1955 entsteht auf dem Gebiet der damaligen Gemeinde Senne II ein neues Wohngebiet („Großsiedlung in der Gemeinde Senne II“), wo bis dahin nur mehrere Kleinsiedlungen (mit zusammen rund 4.500 Bewohnern) existieren, das heutige Sennestadt, geplant vom Architekten und Stadtplaner Dr. Hans Bernhard Reichow als autogerechte, selbständige Stadt im Grünen mit kompletter Infrastruktur, bei der Auto- und Fußgängerverkehr vielfach räumlich getrennt sind. Grund war hauptsächlich die herrschende enorme Wohnungsnot nach Kriegsende zum einen durch viele im 2. Weltkrieg zerstörte Wohnungen in Bielefeld und zum anderen durch zahlreiche Vertriebene.
Sennestadt Sennestadt Am 27.4.1965 werden der Gemeinde Senne II durch Beschluß der Landesregierung Nordrhein-Westfalens Stadtrechte verliehen und sie heißt seitdem „Sennestadt“ (und liegt im damaligen Landkreis Bielefeld).
Zum 1.1.1970 werden Teile der vorher zum Kreis Wiedenbrück gehörenden Gemeinde Sende, insbesondere Eckardtsheim (von Bodelschwinghsche Anstalten), in die Stadt Sennestadt eingegliedert.
Doch keine 8 Jahre nach der Selbständigkeit, schon am 1.1.1973, wird im Zuge einer kommunalen Gebietsreform die Sennestadt (und der Rest des Kreises Bielefeld) durch das 1972 vom Landtag beschlossene „Bielefeld-Gesetz“ (Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Bielefeld) in die damit kreisfreie Stadt Bielefeld (zwangs)eingemeindet und ist seitdem keine eigene Stadt mehr, sondern nur noch ein Bielefelder Stadtbezirk. Der Widerstand Sennestädter Politiker und Bürger und sogar der Gang zum Verfassungsgericht halfen leider nicht.

Sennestadt (inkl. seiner peripheren Ortsteile Dalbke, Heideblümchen, Eckardtsheim) umfaßt eine Fläche von 24,48 km² und hat heute 20.899 Einwohner (Stand November 2010), was einer Bevölkerungsdichte von ca. 854 Einwohnerkm² entspricht.

Bekannt ist Sennestadt vielleicht auch durch seine Autobahn-Anschlußstelle der Bundesautobahn 2 am Bielefelder Berg (wo die extra installierte Taumittelsprühanlage bei tiefen Temperaturen regelmäßig versagt …); die „Reichsautobahn“ wurde hier übrigens schon 1938 für den Verkehr freigegeben.