Blutspende
Besonders zur Therapie bei Krebspatienten, Erkrankungen von Herz, Magen und Darm und Verletzungen durch Unfälle und Unglücke werden Blutkonserven benötigt.
Viele heutzutage möglichen Operationen, Organtransplantationen und Krebstherapien wären ohne die moderne Bluttransfusionsmedizin gar nicht möglich.
Jährlich rund 2 Millionen Menschen in Deutschland folgen dem Aufruf „Spende Blut!“ der
DRK-Blutspendedienste
und spenden ihr Blut für andere, die den Lebenssaft dringend brauchen.
Doch trotz der Spendebereitschaft drohen immer wieder Versorgungsengpässe aufgrund noch zu geringer Spenderanzahl!
Denn synthetisches Blut gibt es nicht.
Bei einer Blutspende wird im allgemeinen
Vollblut gespendet, das meint, daß im Gegensatz zur Plasma- oder Thrombozytenspende alle Blutbestandteile gespendet werden.
Dies ist die häufigste Form der Blutspende.
Wer darf Vollblut spenden?
Folgende Bedingungen muß der (potentielle) Spender erfüllen:
- Menschen im Alter von 18 bis 71 Jahre, je nach Gesundheit sogar noch länger (bis 31.12.2009: bis 68 Jahre),
bei Erstspendern (Personen, die erstmalig Blut spenden) bis 68 Jahre (bis 31.12.2009: bis 59 Jahre)
- Körpergewicht mindestens 50 kg
- zum Zeitpunkt der Blutspende „gesund“
- keine so starke psychische (geistige) Beeinträchtigung, daß er nicht verstehen kann, worum es genau geht
- der deutschen Sprache mächtig
- lesen und schreiben können (um die Bögen lesen und ausfüllen zu können)
- keine Infektionskrankheit (z. B. AIDS/HIV-positiv, Hepatitis, Tuberkulose, Malaria, usw.),
kein näherer Kontakt zu Infektionskranken,
keinem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt!
- von 1980 bis 1996 in Summe maximal 6 Monate in Großbritannien/Nordirland aufgehalten (aufgrund des in der Zeit dortigen Höhepunktes der Krankheit BSE (Rinderwahnsinn) bzw. der menschlichen Form Creutzfeldt-Jakob-Krankheit)
- keine Schutzimpfung kurz vorher (der zeitliche Mindestabstand hängt von der Impfung ab)
- keine Operation in letzter Zeit (der zeitliche Mindestabstand hängt von der Operation ab)
- kein neues Piercing oder neue Tätowierung innerhalb der letzten 4 Monate bekommen
- kein Häftling innerhalb der letzten 4 Monate gewesen
- Frauen dürfen maximal 4, Männer 6 Vollblutspenden innerhalb von 12 Monaten leisten
- mindestens 8 Wochen Abstand zwischen zwei Vollblutspenden, besser mindestens 12 Wochen
Sollten Sie zum Zeitpunkt der Blutspende obige Bedingungen nicht alle erfüllen, dürfen Sie kein Blut spenden
bzw. es darf Ihr Blut nicht verwendet werden!
Der Blutspender sollte
vor der Blutspende etwas gegessen und reichlich getrunken, darf jedoch innerhalb der letzten 12 Stunden keine alkoholischen Getränke zu sich genommen haben!
Auch Sennestädter Bürger und natürlich auch alle anderen können mehrmals pro Jahr diesem Aufruf zur Blutspende in Sennestädter Gefilden folgen.
Eine Blutspende läuft bei uns
zusammen mit dem DRK-Blutspendedienst folgendermaßen ab:
- Am Blutspendetermin (diese werden öffentlich bekanntgegeben) kommen Sie einfach zum Ort der
Blutspende: Die Blutspende wird im Sennestadthaus (Lindemann-Platz 3, Sennestadt) durchgeführt. Dort sind Helfer des DRK Sennestadt als auch des
DRK-Blutspendedienstes anwesend – letztere führen die Organisation und die eigentliche Blutabnahme durch.
- Melden Sie sich an der Blutspende-Anmeldung an und legen Sie Ihren Blutspenderausweis vor – haben Sie den vergessen oder verloren, legen
Sie uns stattdessen Ihren gültigen Personalausweis oder Reisepaß vor. Sind Sie Erstspender (haben also noch nie beim DRK Blut
gespendet oder sind aus anderen Gründen nicht „erfaßt“), nehmen wir dort gleich Ihre Basisdaten mit auf – dafür benötigen wir auf jeden Fall Ihren gültigen Personalausweis oder Reisepaß zur Vorlage
(Ihren Blutspenderausweis bekommen Sie dann ca. 4 bis 6 Wochen später zugeschickt).
- Bei Ihrer Anmeldung erhalten Sie einen kurzen Fragebogen zu Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte ausgehändigt, der von Ihnen gewissenhaft auszufüllen ist,
bitte nennen Sie darin auch Ihren Hausarzt. Möglichkeiten dazu bietet der Raum der Anmeldung.
Erstspender erhalten danach zudem eine obligatorische kurze Erstspenderberatung.
- Danach gehen Sie mit Ihrem ausgefüllten Fragebogen zu einem der anwesenden Ärzte (in einem separaten Raum), wo Sie kurz untersucht und der ausgefüllte Fragebogen
besprochen wird, um festzustellen, ob Sie derzeit Blut spenden können. Fragen zum Fragebogen oder medizinischen Aspekten der Blutspende können Sie dort stellen!
- Im Anschluß daran gehen Sie zur eigentlichen Blutspende, wo Ihnen ca. 500 ml Vollblut abgenommen werden.
Der Blutentnahmevorgang dauert ca. 10 Minuten.
Wichtig: Sie müssen dort zusätzlich im „vertraulichen Spenderselbstausschluß“ entscheiden, ob Ihre Blutspende verwendet werden darf!
Geben Sie hier nicht Ihr Okay oder vergessen Sie die Abgabe Ihres Okays, darf und wird Ihre Blutspende nicht verwendet werden!
- Danach ruhen Sie sich bitte noch etwa 10 Minuten auf den bereitgestellten Liegen aus.
- Zur Stärkung können Sie sich danach gerne (und selbstverständlich kostenfrei) am bereitgestellten Essen und Trinken bedienen!
Blutspender loben das bei uns besonders leckere und vielfältige Essen.
Eine vollständige Blutspende dauert – vom Erreichen des Blutspendeortes bis zum Verlassen nach dem Imbiß nach der Blutspende – ungefähr 1 Stunde.
Da bei jeder einzelnen Blutentnahme immer steriles Einmalmaterial verwendet wird, besteht praktisch keine Gefahr, sich als Spender zu infizieren.
An manchen Blutspendeterminen verteilt der Blutspendedienst an Blutspender kleine Dankeschöns.
Bitte beachten Sie
nach der Blutspende für Ihre Gesundheit:
Trinken Sie reichlich, rauchen Sie mindestens 2 Stunden nicht, trinken Sie mindestens 2 Stunden keine alkoholischen Getränke.
Sie sollten für 1 Stunde nicht lange stehen und mindestens die nächsten 12 Stunden nach der Blutspende keine ausgeprägten körperlichen Aktivitäten durchführen und keine „riskanten“ Tätigkeiten ausführen.
Das entnommene Blut wird vom Körper vollständig neugebildet.
Leider ist es uns nicht möglich, Ihnen monetäre Anreize zur Blutspende zu bieten.
Zum einen kostet jede Blutspende nicht wenig Geld (steriles Einmalmaterial zur Blutabnahme, Blutaufbereitung, umfangreiche Blutuntersuchungen,
usw.),
zum anderen sollen Risikopersonen (deren Blut zur Weitergabe an andere Personen nicht geeignet ist) aus sozial schwachen Kreisen nicht des Geldes wegen zum Blutspenden motiviert werden.
Und schließlich heißt es „Blut spenden“ und nicht „Blut verkaufen“.
Getreu dem ethischen Kodex der
International Society of Blood Transfusion (
ISBT) für Blutspende und Bluttransfusion erfolgt die Blutspende freiwillig und unentgeltlich.
Die
DRK-Blutspendedienste arbeiten gemeinnützig, Gewinne werden nicht erzielt.
So können Sie nach Ihrer Spende das Gefühl haben, etwas wirklich Gutes getan zu haben – mit minimalem Aufwand Ihrerseits.
Und wer weiß, vielleicht rettet gerade Ihre Blutspende jemandes Leben!
Als kleine Aufmerksamkeit werden häufige Spender auf entsprechenden Veranstaltungen geehrt (es wird natürlich niemand gezwungen)
und der Blutspendedienst vergibt von Zeit zu Zeit auf Blutspendeterminen kleine Dankeschöns.
Sie können sich auch bei den bei uns durchgeführten Blutspenden auf Wunsch als
Blutstammzellspender (kostenlos)
typisieren und registrieren lassen!
Blutbildende Stammzellen aus dem Blutkreislauf oder dem Knochenmark (nicht Rückenmark) eines Spenders sind für viele an bösartigen
Blutkrankheiten (
z. B. Leukämie) erkrankte Menschen oft die einzige Überlebenschanche!
Aus diesem Grund wurden Spenderkarteien angelegt, in die Spendewillige eingetragen werden.
Folgende Bedingungen müssen erfüllt werden, um als potentieller Spender in die Spenderdatenbank aufgenommen werden zu können:
- Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren (mit 61 Jahren scheiden Spender automatisch aus der Spenderdatenbank aus)
- keine bösartigen Erkrankungen (z. B. Krebs) derzeit oder früher
- möglichst keine schweren Erkrankungen von Herz/Kreislauf, Blut, Lunge (einschl. Asthma), Lymphsystem, Leber, Niere oder anderen Organen
- möglichst keine Stoffwechselerkrankungen oder Erkrankungen des Nervensystems (einschl. Anfallsleiden)
- keine Infektionskrankheit (z. B. AIDS/HIV-positiv, Hepatitis, Tuberkulose, Malaria, usw.)
Ihnen wird dazu
zusätzlich zur Blutspende oder ausschließlich (falls Sie kein „normales“ Blut bei der Blutspende spenden) lediglich eine kleine Blutprobe von
ca. 10
ml abgenommen.
Eine Spende von Blutstammzellen findet zu dem Zeitpunkt
nicht statt.
Das entnommene Blut wird an ein Labor geschickt, wo es untersucht und nach Gewebemerkmalen (
HLA-Merkmalen – es gibt theoretisch über 50
Mio. Kombinationsmöglichkeiten!) typisiert wird.
Dann werden Sie in die Spenderdatenbank der Westdeutschen SpenderZentrale (
WSZE; eine Zusammenarbeit zwischen
DRK-Blutspendedienst West und Universitätsklinikum Essen) aufgenommen.
Sollte ein Empfänger, der Stammzellen mit genau den Merkmalen Ihrer benötigt, gefunden werden, werden Sie kontaktiert und alles weitere mit Ihnen besprochen. Sie können dann entscheiden, ob Sie durch Ihre Spende einem Menschen helfen wollen oder nicht.
Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich irgendwann zur Spende gebeten zu werden, ist gering, aber wenn der Fall eintritt, geht es meistens um Leben und Tod eines Patienten.
Sind Sie bereits in einer (anderen) Spenderdatenbank erfaßt, erübrigt sich eine weitere Typisierung, da die Daten aller Dateien zentral erfaßt sind!
Sollten Sie die finanziellen Möglichkeiten haben, wäre es wünschenswert, wenn Sie die Kosten der Typisierung übernähmen – besonders, wenn Sie neben der Typisierung
kein Blut spenden.
An einigen Blutspendeterminen wird zudem eine
Kinderbetreuung angeboten.
Dabei können Blutspender oder Blutstammzellentypisiertwerdende Ihre mitgeführten Kinder vor der Spende bei der Kinderbetreuung abgeben und sie danach wieder abholen.
So haben sie keine Probleme, wo sie die Kinder solange lassen sollen und die Kleinen werden beschäftigt.
Die Kinderbetreuung ist für Kinder allen Alters und während der
ganzen Zeit der Blutspende verfügbar – natürlich kostenlos.
Durchgeführt wird die Kinderbetreuung hauptsächlich durch das Jugendrotkreuz Bielefeld.
Sollten Sie vor oder nach der Blutspende noch irgendwelche Fragen zum Blutspenden haben oder Änderungen Ihrer Daten durchgeben wollen,
wenden Sie sich am besten an den
DRK-Blutspendedienst.
Telefon:
(0800) 11 949 11.